Gutachten-Arten

Beweissicherungsgutachten

Das Beweissicherungsgutachten dient der beweissicheren Dokumentation eines Schadens oder Zustands, bevor das Beweismittel zerstört oder verändert wird - typisch bei strittiger Schuldfrage, Vorschäden oder im Vorfeld eines Klageverfahrens.

Ist die Haftung strittig, drohen Streit über den Vorzustand oder verlangt der Versicherer ein Gegengutachten, sichert das Beweissicherungsgutachten den Zustand technisch belastbar. Es wird häufig als selbständiges Beweisverfahren nach § 485 ZPO durchgeführt - das Gericht ernennt dann einen unabhängigen Sachverständigen, dessen Feststellungen in einem späteren Hauptsacheprozess als Beweismittel verwendet werden können.

Auch außergerichtlich kann der Geschädigte ein Beweissicherungsgutachten in Auftrag geben, etwa um schnell Reparaturfreigabe zu erhalten und gleichzeitig die Beweislage für spätere Auseinandersetzungen zu konservieren. Wichtig sind dabei umfassende Lichtbilddokumentation, Vermessungsprotokoll (z. B. Karosserie-Achsvermessung, Lackdickenmessung), Identifikation der beschädigten Bauteile, Vergleichsbilder unbeschädigter Stellen und detaillierte Schadensbeschreibungen. Bei selbständigen Beweisverfahren trägt zunächst der Antragsteller die Kosten - Erstattung erfolgt im späteren Hauptsacheverfahren entsprechend der Kostenquote.

Bei der Beweissicherung am Kfz zählt jede Spur: Die Anstoßkonfiguration wird fotografisch festgehalten, Lackschichtdicken werden zur Vorschadenerkennung gemessen, Karosserie- und Achsvermessung protokolliert, Bruch- und Schleifspuren gesichert und jede Beschädigung dem Unfallhergang zugeordnet. Erst diese beweissichere Aufnahme macht den Fahrzeugzustand später nachvollziehbar - unabhängig davon, ob das Fahrzeug anschließend repariert, verkauft oder verwertet wird.

Vom klassischen Haftpflichtgutachten unterscheidet sich das Beweissicherungsgutachten durch seinen Zweck: Es geht nicht in erster Linie um die Schadenshöhe, sondern um die belastbare Konservierung des Beweises für eine spätere Auseinandersetzung. Ist die Schuldfrage strittig und muss der Schaden zugleich beziffert werden, lassen sich beide Ziele in einem Gutachten verbinden.

Erstellt werden die Gutachten von Hassan Souleiman, der als Kfz-Sachverständiger nach DIN EN ISO/IEC 17024 (IfS) personenzertifiziert und Mitglied im BVSK ist. Begutachtet wird in Bremen, Hannover, Dortmund, Berlin, Nordhorn und Bruchhausen-Vilsen - bei Bedarf direkt am Standort des Fahrzeugs, damit Beweise gesichert werden, bevor sich der Zustand verändert.

Häufige Fragen zu Beweissicherungsgutachten

Wann ist ein Beweissicherungsgutachten sinnvoll?

Wenn die Haftung strittig ist, Streit über Vorschäden droht oder ein Klageverfahren ansteht. Es sichert den Fahrzeugzustand technisch belastbar, bevor das Beweismittel durch eine Reparatur verändert wird.

Was ist ein selbständiges Beweisverfahren nach § 485 ZPO?

Dabei ernennt das Gericht einen unabhängigen Sachverständigen, dessen Feststellungen in einem späteren Hauptsacheprozess als Beweismittel verwendet werden können.

Was bedeutet Beweissicherung beim Kfz?

Beweissicherung am Kfz heißt, den Fahrzeugzustand technisch belastbar zu dokumentieren - mit Lichtbildern, Lackschichtmessung sowie Karosserie- und Achsvermessung -, bevor eine Reparatur oder Verwertung das Beweismittel verändert.

Wer trägt die Kosten des Beweissicherungsgutachtens?

Bei einem unverschuldeten Unfall trägt die Kosten in der Regel die gegnerische Haftpflichtversicherung. Beim selbständigen Beweisverfahren nach § 485 ZPO zahlt zunächst der Antragsteller; die Erstattung erfolgt im späteren Hauptsacheverfahren entsprechend der Kostenquote.

Worin unterscheidet sich das Beweissicherungsgutachten vom Haftpflichtgutachten?

Das Haftpflichtgutachten beziffert vor allem die Schadenshöhe, das Beweissicherungsgutachten sichert den Beweis für eine strittige Auseinandersetzung. Bei unklarer Schuldfrage lassen sich beide Ziele in einem Gutachten verbinden.

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